Bundespreis Nachhaltigkeit

Bundespreis Nachhaltigkeit

 
In ihrer Eigenschaft als zivilgesellschaftlich organisierte nationale Nichtregierungsorganisation stiftet die Bundesvereinigung Nachhaltigkeit den „Bundespreis Nachhaltigkeit“ als Auszeichnung für besonders nachhaltige Handlungen und Handlungsweisen in den 4 Kategorien Gesellschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Die Preisträger werden einmal jährlich am “Tag des Baumes” (25. April) ausgewählt.

Programm für die Preisverleihung am 26.09.2018

Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Feierstunde zum 5. Geburtstag der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit am 26. September 2018 in der → Forum Factory Berlin statt:

Forum Factory
Besselstr. 13-14
10969 Berlin

Zur → Anmeldung

19.00 Uhr
Registrierung
19.30 Uhr
Künstlerische Einstimmung auf den Event
20.00 Uhr
Begrüßung durch den Präsidenten der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit, Tarik Mustafa
20.10 Uhr
Grußworte
20.25 Uhr
Keynote
20.45 Uhr
Kategorie Gesellschaft

Präsentation der Nominierten, Bekanntgabe Preisträger/in 2018, Laudatio, Worte des Preisträgers/der Preisträgerin, Übergabe des Preises

Nominierte Kategorie Gesellschaft
Die 'Friedensbaum Stiftung' (Lellwangen/Deggenhausertal)
Die Friedensbaum Stiftung vereint Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Interkulturellen und Gesellschaftlichen Austausch sowie die Entwicklung eines Bewusstseins für ein friedvolles Zusammenleben aller Menschen. Das Pflanzen von Bäumen als Zeichen für den Frieden und um Menschen durch die Bäume auf der ganzen Welt mit einander in Kontakt zu bringen ist ein wundervolles Projekt, welches von der Familie Walter seit Jahren mit vollem Einsatz verfolgt wird. Die Inspiration, die die Menschen, die an einer Friedensbaumpflanzung teilgenommen haben, wird weiter in die Gesellschaften getragen, in denen sie Leben.
Der Verein 'Küste gegen Plastik e.V.' (Sankt Peter-Ording)
Der Küste gegen Plastik e.V. wurde 2014 gegründet von “Küstenmenschen, die nicht mehr hinnehmen, dass ihnen der Plastikmüll am Meer buchstäblich vor die Füße fällt”. Der Verein organisiert klassische Plastik-Sammelaktionen an Stränden, informiert über das Thema auf vielen Ebenen und arbeitet am Runden Tisch Meeresmüll mit, der vom Bundesumweltinisterium und dem Umweltbundesamt 2016 ins Leben gerufen wurde.

Dennoch kommt es dem Verein darauf an, den Plastikmüll nur aufzusammeln, also Symptome zu bekämpfen. Vielmehr müsse die Gesellschaft an die Ursache gehen und aufhören, Plastikmüll zu produzieren. Mit der “Replace Plastic”-App von Küste gegen Plastik e.V. gibt es für Konsumentinnen und Konsumenten eine einfache Möglichkeit, um Produkthersteller aufzufordern, Produktverpackungen ohne Plastik herzustellen. Mit dieser App scannen Konsumentinnen und Konsumenten die Barcodes von Produkten, das Feedback wird vom Verein an die Produzenten weitergeleitet.Die App kombiniert Verbraucher-Protest mit dem Appell an Unternehmen, deren Verpackungs-Politik nachhaltig zu

Der Verein 'Lehmhausen e.V., (aus)natur (mit)natur (zur)natur (Potsdam)'
Der Verein “Lehmhausen e.V., (aus)natur (mit)natur (zur)natur” Begründung für die Nominierung: Lehmhausen e.V. ist ein enkeltaugliches, nachhaltiges Projekt, das alle Lebensbereiche umfasst und das Problem an der Wurzel angeht. Landflucht unterbinden durch Reaktivierung der ländlichen Ressourcen, und Wertschöpfung, schonend & identitätsstiftend. Der Verein lädt ein, eine schonende und genügsame Lebenshaltung zu verbreiten.
Das Projekt 'Mach Deine Zukunft' des Nachhaltigkeitsbeirats Thüringen (Erfurt)
Mit dem Format ist es gelungen, rund 100 Interessenten für das Jugendforum des Nachhaltigkeitsbeirats Thüringen zu rekrutieren. Die Jugendlichen bekamen in vier Workshops – Theater, Film, Musik, Spiel – die Möglichkeit, sich inhaltlich und kreativ dem Thema „Verschwendung“ zu nähern. Ziel war es, Jugendliche zu finden, die sich für Nachhaltigkeit interessieren und dafür engagieren möchten. Mit kreativen und zielgruppenadäquaten Formaten sollte Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem Nachhaltigkeitsgedanken auseinanderzusetzen. Um diesen konkreter zu fassen, wurde das Thema „Verschwendung“ vorgegeben. Die Ergebnisse von insgesamt vier Workshops (Theaterprojekt, Filmprojekt, Spielprojekt, Liedprojekt) wurden am Ende zusammengetragen und präsentiert. Am 30.10.2017 fand im Erfurter Gartenbaumuseum das Abschlussevent statt. 150 Anmeldungen sprengten alle Erwartungen. Die Projekte wurden ausführlich präsentiert und fanden große Anerkennung. Die Teilnehmer berichteten begeistert von den Workshop-Erfahrungen. Und das Wichtigste: die überwiegende Zahl will weiter mitmachen und sich für das Nachhaltigkeitsthema engagieren. In Folge des Projektes wurde „Mach Deine Zukunft“ unter anderem mit dem Thüringer Zukunftspreis und dem Stevie Award ausgezeichnet. Weitere Informationen unter: www.machdeinezukunft.de
Das nachhaltiges Tagungsformat 'MEET+CHANGE' von visitBerlin (Berlin)
visitBerlin hat sich mit MEET+CHANGE zum Ziel gesetzt, die Situation von sozialen und kulturellen Einrichtungen in Berlin zu verbessern. Zu diesem Zweck vermittelt visitBerlin diese außergewöhnlichen Orte (Kinderheime, integrative Werkstätten, Familienförderzentren, Schulen etc.) für Veranstaltungen und öffnet sie damit Unternehmen, Verbänden und Institutionen. Die sozialen und kulturellen Einrichtungen profitieren durch einen von den Veranstaltern hinterlassenen Mehrwert. Sie können wichtige Kontakte zu Wirtschaft sowie potentiellen Auftraggebern und Partnern knüpfen und erhalten mehr Aufmerksamkeit und soziale Anerkennung für ihre Arbeit. Die Unternehmen und Institutionen erhalten ihrerseits die Möglichkeit, ihre Veranstaltungen in einer Tagungsumgebung stattfinden zu lassen, die den Teilnehmern neue Sichtweisen und einen inspirierenden Perspektivwechsel ermöglicht. Die Veranstalter können mit dem Tagungsformat etwas bewegen und gesellschaftlich Sinnvolles gestalten und so ihrer sozialen Verantwortung gerechter werden. Mit dem nachhaltigen Tagungsformat MEET+CHANGE hilft visitBerlin seit dem Jahr 2016 dabei, Aktivitäten und Budgets dorthin zu lenken, wo sie nachhaltig wirken und gebraucht werden.
Der Verein 'MURKS? NEIN DANKE! e.V.' (Berlin)
Der MURKS? NEIN DANKE! e.V. ist eine wirksame und erfolgreiche Organisation, die sich für eine breite Debatte zur Beendigung von geplanter Obsoleszenz und deren Schadfolgen einsetzt. Die Organisation macht auf die vielfältig positiven Wirkungen von Haltbarkeit und Kreislaufführung aufmerksam. Mit einem umfassenden Handlungsprogramm werden konkrete Optionen ins Feld geführt, damit die Dinge besser werden.
MURKS? NEIN DANKE! e.V. setzt sich für eine konsequente Umsetzung der SDG 8 und 12 ein.
Der Verein 'Projekthof Karnitz e.V.' (Neukalen)
Der Projekthof bietet die Möglichkeit, in der Ruhe der Natur seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und war damit schon für viele Seminare, Sommeruniversitäten und Jugendkreativfestivals Ort für potenziellen gesellschaftlichen Wandel. Hier werden Menschen zusammengebracht, die sich nicht selbstverständlich treffen würden. So ist Veränderung die einzige Konstante, die fortlaufend für neue kleine Projekte in diesem großen Projekt sorgt.
Die Online-Plattform 'Remap Berlin' des BUND (Berlin)'
Wohin mit dem alten Handy, dem alten Sessel im Keller? Auf der neuen Berliner Internetplattform www.remap-berlin.de des BUND Landesverbandes Berlin findet man ganz leicht den richtigen Ort, um überflüssige Dinge loszuwerden- und zwar sinnvoll, umweltfreundlich und maßgeschneidert.

Reuse, Repair, Recycle – Wiederverwenden, reparieren, recyclen – das ist das Motto der Internetseite www.remap-berlin.de. Denn: Viele Dinge, die wir zuhause nicht mehr haben wollen, können trotzdem noch weitergenutzt werden. Auf der neuen Internetseite finden Sie Recyclinghöfe, aber auch viele Initiativen, die mit aussortierten Dingen Sinnvolles anfangen können.

Das Besondere: Die Suche wird den Nutzerinnen und Nutzern abgenommen. remap-berlin.de bietet eine nutzerfreundliche Suchmaske, ähnlich einer Urlaubsbuchung im Internet. Durch Eingabe dessen, was man loswerden möchte und die Auswahl “verkaufen”, “spenden” oder “recyceln” erhält man nach Eingabe der Postleitzahl viele Möglichkeiten in der Umgebung angezeigt, wo aussortierte Sachen ein neues Zuhause finden können.

Angezeigt werden zum einen Online-Möglichkeiten wie zum Beispiel der BSR Tausch- und Geschenkemarkt, Nachbarschaftsinitiativen oder Sozialprojekte, die Sachen kostenlos abholen. Zum anderen werden passende Initiativen angezeigt, wo Sachen persönlich abgeben werden können. Diese sind gelistet nach Entfernung zum Wohnort und werden zusätzlich übersichtlich auf einer Berlinkarte angezeigt. Zum Beispiel finden sich hier Fair-Kaufhäuser, das Kinderhaus Berlin-Mitte e.V., Secondhand- und Umsonstläden, gemeinnützige Fahrradwerkstätten oder Initiativen wie die Material-Mafia, die ausrangierte Dinge an Künstler oder Schulen zum kreativen Weiterverwerten weitergibt.

Kategorie Politik

Präsentation der Nominierten, Bekanntgabe Preisträger/in 2018, Laudatio, Worte des Preisträgers/der Preisträgerin, Übergabe des Preises

Nominierte Kategorie Politik
Der Verein 'Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V.' (Berlin)
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. (GFF) arbeitet seit 2015 daran, die Lage der Grundrechte in Deutschland und Europa zu verbessern. Der Verein nutzt das Instrument der strategischen Prozessführung, um Grundsatzurteile zur gezielten Durchsetzung von Grund- und Menschenrechten zu erstreiten, die das deutsche und europäische Recht menschlicher und gerechter machen. Der Verein “verteidigt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Freiheitsrechte gegen Eingriffe und Verletzungen vor allem seitens des Staates”. Ausgewählte Fälle und sorgfältige Vorbereitung sind dabei essentiell. Nach Auffassung der GFF sind die Überwachung unverdächtiger Menschen und Datensammeln im großen Stil mit den Menschenrechten nicht vereinbar; Schwerpunkte der Arbeit liegen im Bereich der Überwachung, der Informationsfreiheit, der Pressefreiheit und der Diskriminierungsfreiheit.
Der Verein 'LobbyControl – Initiative für Transparenz und Demokratie e.V.' (Köln)
LobbyControl ist ein gemeinnütziger Verein, der über Lobbyismus und Machtstrukturen in Deutschland und der EU aufklärt. Er setzt sich ein für Transparenz, demokratische Kontrolle und klare Schranken der Einflussnahme auf Politik und Öffentlichkeit.

Vor dem Hintergrund ständig neuer Veröffentlichungen über bezahlte Nebentätigkeiten von Parlamentariern, in Ministerien mitarbeitende Lobbyisten und Arbeitgeberkampagnen wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die sich als bürgernahe Reformbewegungen geben, will LobbyControl über Machtstrukturen und Einflussstrategien in Deutschland und der EU aufklären. “LobbyControl kombiniert aktuelle Recherchen, wissenschaftliche Hintergrundanalysen und Kampagnenarbeit. Wir berichten über Denkfabriken, wirtschaftsnahe Kampagnen und Verzerrungen in den Medien, über Netzwerke und koordiniertes Lobbying hinter den Kulissen. Diese Recherchen und Informationen dienen dazu, Einflussnahmen offen zu legen und BürgerInnen zu helfen, sie zu erkennen und ihren eigenen Positionen Gehör zu verschaffen. In Kampagnen greift LobbyControl exemplarisch herausragende Zusammenhänge und Missstände auf, um diese direkt zu beenden oder neue Regeln gegen einseitige Einflussnahme durchzusetzen: striktere Regeln für Nebeneinkünfte von Abgeordneten oder Transparenzpflichten für Lobbyisten.”

Kategorie Verwaltung

Präsentation der Nominierten, Bekanntgabe Preisträger/in 2018, Laudatio, Worte des Preisträgers/der Preisträgerin, Übergabe des Preises

Nominierte Kategorie Verwaltung
Das Projekt 'FairGrid' (Feldkirchen-Westerham)
Das Projekt FairGrid sichert als integrierte Lösung nicht nur die Stromversorgung in ländlichen Gebieten in Afrika, sondern bietet darüber hinaus durch das eingebundene Bezahlsystem die Chance, Verwaltung zu automatisieren und zu vereinfachen. Es bildet die Grundlage für ein neuartiges Rentenversicherungssystem, das langfristig eine Basisrente für ältere Menschen ermöglicht. Daneben entstehen durch das Bezahlsystem Impulse für eine Belebung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Dabei setzt FairGrid keine besonderen Verwaltungsstrukturen voraus, sorgt für die Stabilisierung lokaler Stromnetze und schafft damit Voraussetzungen für den Umstieg auf erneuerbare Energien und eine gedeihliche Entwicklung in Afrika.

Hintergrund:
Bei einer Reise vor zwei Jahren nach Nigeria wurde der Konzeptentwickler Ulrich Vollert mit dortigen besonderen Herausforderungen konfrontiert: häufige Stromausfälle, Armut, kaum Internet, wenig Bildung, hohes Bevölkerungswachstum, kaum Wirtschaftswachstum, Korruption, kaum Verwaltungsstrukturen, Klimawandel, Hoffnungslosigkeit und Fluchtursachen.

Wieder daheim, entwickelte er das FairGrid-Konzept, zunächst um zumindest die Stromversorgung zu verbessern. Die bisherigen Stromzähler werden dazu durch intelligente Stromzähler, die sogenannten “Fair Boxen” ersetzt. Das Konzept FairGird stabilisiert die Stromnetze, indem es diese automatisch vor Überlastung und Stromdiebstahl schützt und gleichzeitig durch ein innovatives Bezahlsystem die notwendigen Einnahmen der Netzbetreiber sicherstellt. Zusätzlich bekommt jeder Haushalt die Möglichkeit, PV-Anlagen genauso einfach anzuschließen, wie Stromverbraucher. Eine Einspeisevergütung, in Kombination mit progressiven Stromverbrauchstarifen, lassen PV-Anlagen schnell rentieren. Um Stromsparen zu fördern, können der Stromverbrauch und die Betriebskosten auch einzelner Geräte, jederzeit z.B. am Smartphone abgelesen werden.

Smartphones sind in Afrika relativ weit verbreitet. Sie werden auch benötigt, um die Konten der jeweiligen Stromzähler aufzuladen und so die Stromversorgung für die Wohnung zu gewährleisten. Weil Guthaben auch auf andere Smartphones übertragen werden können, entsteht eine regionale und transparente Kryptowährung, mit der automatisch bei jeder Geldübertragung (Transaktion) ein definierter Anteil für eine Steuer und/oder eine Rentenversicherung abgeführt werden kann.

Ergebnis:
FairGrid bietet Vorteile sowohl für Stromverbraucher wie für Stromversorger und ersetzt Strom aus Dieselgeneratoren durch sauberen Solarstrom. Die Stabilisierung der Stromversorgung ist Voraussetzung für den Betrieb von netzgebundenen PV-Anlagen, aber auch für die Verbreitung von Internet, das Angebot hochwertiger Bildung sowie für Wirtschaftswachstum und gesellschaftliche Entwicklung.

Umsetzung:
Über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gab das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Africa Renewable Energy Initiative (AREI) mittlerweile die Unterstützungszusage für das Konzept FairGrid, das somit zum Projekt wurde. Es setzt auf internationale Hochschulpartnerschaften bei der Umsetzung (angesprochen für Pilotversuche wurden die FH Rosenheim, FH Augsburg sowie die Universität in Amman).

Das Projekt 'Köpfchen statt Kohle' (Berlin)
Köpfchen statt Kohle” bindet seit 2010 an 17 Pankower Schulen die Gebäudenutzer intensiv in die Verbesserung der Energieeffizienz ein. Dabei entsteht ein Win-Win sowohl für die öffentliche Verwaltung als auch für die Facility Manager und technischen Dienstleister und für den pädagogischen Auftrag der Schule. Eine hohe Beteiligungsquote, Kontinuität und Innovation zeichnen das Projekt aus. U.a. ist es gelungen, in 12 Schulen den Schülern einen eigenen Regelungszugang zur zentralen Heizungssteuerung (Einzelraumregelung) zu geben, um eine ständige Optimierung von Heizzeiten und Warmtemperaturen zu ermöglichen.
Die Online-Plattform 'hartz4widerspruch.de' (Bremen)
Die Seite hartz4widerspruch.de der rightmart Rechtsanwalts GmbH bietet kostenlose Online Rechtshilfe inkl. Bescheidüberprüfung per Whatsup, das den Umgang mit Behörden / Verwaltung für Betroffene vereinfacht. Seit 2016 hilft hartz4widerspruch.de bei fehlerhaften Hartz-4-Bescheiden in inzwischen rund 15.000 Fällen gegen Jobcenter-Entscheidungen. “Es gibt keinen Fehler und keinen Hartz 4-Bescheid, den wir noch nicht gesehen haben.” Mit mehr als 65.000 Fans bei Facebook inkl. moderiertem Forum und unseren immer aktuellen Videoinhalten auf YouTube erreichen wir mit wichtigen Informationen einen Großteil der Hartz 4-Empfänger in Deutschland.

Vorgesheen ist die Erweiterung um die Bereiche Bußgelder und Bafög.

Kategorie Wirtschaft

Präsentation der Nominierten, Bekanntgabe Preisträger/in 2018, Laudatio, Worte des Preisträgers/der Preisträgerin, Übergabe des Preises

Nominierte Kategorie Wirtschaft
AfB gemeinnützige GmbH (Düren)
Als Europas erstes gemeinnütziges IT-Unternehmen verbindet AfB (Arbeit für Menschen mit Behinderung) hochwertige IT-Dienstleistung mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit.

IT-Dienstleistung: Bereits seit 2004 hat sich die AfB darauf spezialisiert, ausgemusterte Hardware von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in Rahmen von Partnerschaften zu übernehmen. Ob Smartphone, Laptop oder Drucker – die Daten werden zertifiziert gelöscht, die Geräte umfassend wiederaufbereitet und anschließend wieder verkauft. Defekte Produkte werden zur Ersatzteilgewinnung in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, die übrigen Rohstoffe gehen an zertifizierte Recyclingbetriebe.

Umweltschonend: Durch die Wideraufbereitung wird die ressourcenverzehrende Neuproduktion von Hardware substituiert und Elektroschrott sowie CO₂ in erheblichem Maß reduziert.

Inklusiv: Alle Arbeitsschritte im Unternehmen sind barrierefrei gestaltet und werden von behinderten und nicht-behinderten Menschen Hand in Hand verrichtet. Ob Lernbehinderung, Rollstuhl oder Gehörlosigkeit – bei AfB stellt ein Handicap kein Hindernis dar. Der Arbeitsplatz wird an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasst.

Durch die erfolgreiche Kooperationsstrategie arbeiten an 18 AfB-Standorten in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz 327 Mitarbeiter, davon etwa 45% Prozent Menschen mit Behinderung (Stand: April 2018). Im vergangenen Jahr wurden rund 320.000 IT-Geräte bearbeitet, die zusammen ein Gewicht von etwa 2.400 Tonnen haben. Mehr als 60% der abgegebenen Geräte konnten wiedervermarktet werden. Der Jahresumsatz der AfB Deutschland lag 2017 bei rund 18 Mio. Euro.

Die AfB-Gruppe ist hundertprozentige Tochtergesellschaft der Initiative 500, deren Ziel es ist, langfristig 500 Arbeitsplätze für Menschen mit einer Behinderung zu schaffen. Konkretes Ziel des AfB-Konzepts ist es daher, dass Behinderte und Nicht-Behinderte solidarisch eine professionelle und ökologisch nachhaltige IT-Dienstleistung erbringen, sodass mehr Partnerschaften mit Unternehmen und somit weitere Stellen für Menschen mit Handicap entstehen.

Die durch die Dienstleistung der AfB eingesparten Ressourcen betrugen im Jahr 2018:
– über 9800 Tonnen an CO2-Äquivalenten
– über 14300 Tonnen an Eisenäquivalenten (darunter “seltene Erden”)
– über 31500 Tonnen Energie.
Die Zahlen basieren auf Grundlage einer Studie der TU Berlin aus dem Jahre 2013.

Das Konzept der AfB findet Anklang bei Konsumenten und Firmen und wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Auszug: Innovationspreis der deutschen Wirtschaft (2014), Landesinklusionspreis Baden-Württemberg (2014), Deutscher Nachhaltigkeitspreis (2012), Querdenker-Award (2014).

Das außergewöhnliche Unternehmenskonzept, bei dem Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung im Zentrum allen Tuns stehen, macht die AfB zum Vorbild erfolgreicher und zukunftsorientierter Inklusion. Eine Auszeichnung der AfB mit dem Bundespreis Nachhaltigkeit trüge maßgeblich dazu bei, den Wirkungskreis zu erweitern: Unternehmen deutschlandweit werden auf das nachhaltige Konzept aufmerksam, gehen Partnerschaften ein und werden selbst ermutigt, barrierefreie Arbeitsplätze einzurichten und Mitarbeiter für den nachhaltigen Umgang mit IT-Hardware zu sensibilisieren. Durch die steigende Anzahl von Partner-Unternehmen kann die AfB weitere Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen und das inklusive und ressourcenschonende Konzept weiter ausbauen.

OSTMOST - Streuobstwiesen Manufaktur GmbH (Berlin)
Die Berliner Getränkemarke OSTMOST ist regional, nachhaltig & fair: Saft, Schorlen und Cider von regionalen, teilweise 100 Jahre alten, ökozertifizierten Streuobstwiesen im Osten Deutschlands. OSTMOST trinken heißt „die kleinen Regenwälder Deutschlands“ zu retten: Bisher wurden ca. 70% des deutschen Streuobstwiesenbestands abgeholzt u.a. für ökozertifizierte Monoplantagen! Die Pflege und Ernte der Streuobstwiesen sind besonders aufwändig und daher für die Landwirte wirtschaftlich nicht mehr rentabel. Deshalb zahlt die Streuobstwiesen Manufaktur den Initiativen und Obstbauern einen fairen Preis: oft mehr als das Doppelte des marktüblichen Preises. OSTMOST ermöglicht somit eine faire und regionale Wertschöpfungskette zur Erhaltung der Streuobstwiesen. Neben dem nachhaltig ökologischen Aspekt steht bei der Streuobstwiesen Manufaktur die Qualität besonders im Fokus: Auf den Streuobstwiesen werden keinerlei Pestizide, Fungizide, Herbizide oder Dünger verwendet. Es wird nichts gesprüht oder eingebracht. So bleibt der Rohstoff Apfel frei von Rückständen, was sich im Saft deutlich bemerkbar macht. Die ökozertifizierten Äpfel der Streuobstwiesen sind handgeerntet und werden schonend zu unserem Apfeldirektsaft verarbeitet. So bleiben wichtige Stoffe wie Polyphenole und Vitamine erhalten und sind teilweise um ein zehnfaches höher als bei anderen Bio-Apfelsäften! Die Produkte sind komplett zuckerfrei (Süße kommt nur vom Apfelsaft) und 100% vegan.
Steinbildhauerei Vincent (Wetter/Ruhr)
Die Steinbildhauerei Vincent bekennt sich zum Leitprinzip nachhaltiger Entwicklung und bietet Kunden Hilfe und Orientierung auf dem Weg zu nachhaltigen Waren und Dienstleistungen. Sie bezieht nach Möglichkeit nur Materialien aus dem europäischen Wirtschaftsraum bzw. zertifizierte Materialien. Aus ökologischen und sozialen Gründen bemüht sie sich um Vorprodukte nach dem Prinzip „lokal wie möglich“ und übernimmt so Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Region. Die Fertigung im eigenen Betrieb erfolgt nach ökologischen und sozialen Gesichtspunkten (Umwelt-, Tarif- und Sozialstandards, Beachtung der ILO-Kernarbeitsnormen entlang der Lieferkette, Ausbildung im Betrieb, die Vermeidung von Abfällen auch durch Re- und Upcycling, die Beachtung des gesamten Lebenszyklus eines Produktes, Ausbildung im Betrieb). Hierzu gehört der Anspruch nach handwerklicher Qualität, bei der der Mensch und sein Wissen und Können sowie Handarbeit im Mittelpunkt stehen. Die Steinbildhauerei Vincent bezieht ihr Werkzeuge von dem Werkzeughersteller GUILLET aus Frankreich (ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert). 2011 hat sie für den Vertrieb dieser Werkzeuge einen Internetshop etabliert, um den Kollegen in der Branche einen alternativen Einkauf von Steinmetzwerkzeugen zu ermöglichen, die nicht in Fernost gefertigt werden. Die Steinbildhauerei Vincent verwendet abgeräumte Grabmale zur Schaffung neuer Gestaltungen, um die Ressourcen im Naturstein zu schonen. Des Weiteren werden aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten nur Natursteine aus dem europäischen Wirtschaftsraum verwendet. Um das Recycling zu fördern und zu bewerben wurde ein Internetportal geschaffen, um anschauliche Beispiele des Grabmalrecyclings zu zeigen. Die Nutzung der Internetseite steht allen Grabmalschaffenden kostenlos zu Verfügung. Veröffentlichung des DNK-Reportes als erster Steinmetz in Deutschland, Gründung einer Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe, Veröffentlichung der GWÖ-Bilanz September 2018 Die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Grabmalen und Erinnerungszeichen und den zukünftigen Anforderungen an eine zeitgemäße Erinnerungskultur führte zu der Erfindung des Bestattungskonzeptes “Ewigkeitsbrunnen” als Ausdruck zeitgemäßer Erinnerungskultur. Auszeichnung mit dem TASPO-Award 2010 zum “Unternehmen des Jahres in der Friedhofsbranche”. Initiierung des gemeinnützigen Projektes „Andenken“. Dieses Projekt soll dazu beitragen, dass Erinnerungsorte verstorbener Menschen erhalten bzw. an geeigneter Stelle auf dem Friedhof erneuert werden, deren Gräber nach Ablauf der Ruhezeit endberäumt wurden. Es wurde bislang 8-mal im Bundesgebiet umgesetzt. In der Kurzrecherche „Menschenrechtliche Sorgfalt ist machbar“ steht die Steinbildhauerei Vincent als Beispiel für ein KMU, das sich der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht stellt. 2014 hat die Steinbildhauerei Vincent die Initiative „Handwerk mit Verantwortung“ ins Leben gerufen und 2015 den Verein „HANDWERK MIT VERANTWORTUNG e.V.“gegründet. Auszeichnung „Regional engagiert 2015“. Der Verein HANDWERK MIT VERANTWORTUNG e.V. ist ein bundesweiter Zusammenschluss von produzierenden Handwerksbetrieben verschiedener Gewerke, die Waren und Dienstleistungen anbieten, deren Herkunft und Produktion vom Kunden transparent, verlässlich und glaubhaft hinsichtlich ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortlichkeit nachvollzogen werden können. 2016 wurde die Steinbildhauerei Vincent dafür mit dem CSR-Preis „Mein gutes Beispiel“ ausgezeichnet. Der Verein wurde 2017 mit dem Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN 2017 und dem Qualitätszeichen „Projekt N 2017“ ausgezeichnet. Die Steinbildhauerei Vincent gewann den Grabmal-Ted (3. Platz 2008, 1., 3. und 4. Platz 2009, 3. Platz 2015) und den Bestattungen.de-Award (1. Platz, 2012, Top 5, 2015) für die schönsten Grabmale im deutschsprachigen Raum. Auf der Bundesgartenschau in Koblenz 2011 und Internationalen Gartenschau Hamburg 2013 wurde sie jeweils als Bronzepreisträger für Gestaltung ausgezeichnet, ebenso beim Gestaltungswettbewerb Baden-Würtemberg wurde ihr 2012 die Ehrenurkunde in Bronze verliehen. Sie ist Preisträgerin des Ehrenpreises für die Präsentation zukunftsweisender Entwicklungskonzepte auf den Friedhöfen, Koblenz 2011.
21.45 Uhr
Get together, Networking, Gruppenfoto der Preisträger/innen 2018
23.45 Uhr
Ende der Veranstaltung

Die bisherigen Preisträger

 

Die Preisträger 2017

Die Mitgliederversammlung hat am 25.04.2017 aus den Nominierungen die Preisträger 2017 ausgewählt (siehe unten). Die Preisverleihung erfolgte am 13. Oktober 2017, im Pulsraum Berlin.

Bundes-Band Nachhaltigkeit | Preisträger 2017 | Foto: Sil Egger

Bundes-Band Nachhaltigkeit | Preisträger 2017 | Foto: Sil Egger

Kategorie Gesellschaft
Prof. Dr. Byung-Chul Han, Berlin

Aus der Begründung: Byung-Chul Han (* 1959 in Seoul, Südkorea) ist Autor und Essayist sowie Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin.

In zahlreichen Veröffentlichungen wirft Byung-Chul Han einen sonnenklaren Blick auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse, die dem Gemeinschaftswerk des nachhaltigen Handelns Vieler den entwicklungshemmenden Individualismus entgegensetzen und damit nachhaltige Entwicklung unmöglich machen.

Merkmale solcher Barrieren sind nach seiner Auffassung u.a. eine an Totalitarismus grenzende Transparenz im Zuge der Digitalisierung, in dem der Mensch als Datensatz oder virtuelles Wesen scheinbar nützlicher ist, als als lebendiges Wesen:

„Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft erleichtert, erweitert und beschleunigt in erheblichem Maße die kommerzielle Ausbeutung des menschlichen Lebens. Sie unterwirft Lebensbereiche, die bisher dem kommerziellen Zugriff unzugänglich waren, einer ökonomischen Ausbeutung. So tut es heute not, neue Lebensbereiche zu errichten, ja neue Lebensformen zu entwickeln, die sich der kommerziellen Totalausbeutung des menschlichen Lebens widersetzen.“

Big Data mache Prognosen des menschlichen Verhaltens möglich, wodurch Zukunft berechen- und manipulierbar würde. Es erzeuge ein Herrschaftswissen, das es erlaube, Menschen wie Marionetten steuerbar zu machen ohne dass dies von ihnen bemerkt würde. Mehr noch: dies würde als eine individuelle Freiheit wahrgenommen. „Somit kündigt Big Data das Ende des freien Willens an.“

Die Kombination eines übersteigerten, kultartig gelebten Individualismus mit einer digital unterstützen Vereinzelung wirft aus Sicht der Jury die Frage nach der Gültigkeit der Selbstdefinition als menschliches Wesen auf, die u.a. auf sozialer und kultureller Interaktion, Bewusstsein und reflektiertem Verhalten beruht.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals”, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist sein Wirken ein konkreter Beitrag für die Ziele 4 (Qualität in der Bildung), 11 (Nachhaltige Städte und Siedlungen) und 12 (Verantwortungsvoll konsumieren und produzieren).

Kategorie Politik
UnternehmensGrün e.V., Berlin

Aus der Begründung: Seit 25 Jahren ist UnternehmensGrün die politische Stimme der verantwortlich handelnden, nachhaltigen Unternehmen überwiegend aus dem Bereich der Kleinen und Mittleren Unternehmen mit dem erklärten Ziel einer „konsequente Verwirklichung ökologischer Konzepte und Strategien in Wirtschaft und Gesellschaft“.

Das Engagement des gemeinnützigen Vereins liegt seit dem 19.06.1992 darin, die politischen Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften zu verbessern und aufzuzeigen, dass mit nachhaltigen Geschäftskonzepten Umsätze und damit auch Gewinne erzielt werden können. Aus Sicht der Jury ist dabei der vorbildhafte kontinuierliche Erhalt von Authentizität über einen derart langen Zeitraum bemerkenswert, die durch die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Verbands-Akteure ermöglicht wird.

Der parteipolitisch unabhängige Verein blickt in seiner Geschichte auf Meilensteine wie das EEG, die Ökosteuer oder die kritische Auseinandersetzung mit Freihandelspolitik zurück.

UnternehmensGrün wurde ausgewählt, da es hier gelingt, Pioniere der Nachhaltigkeit in die politische Debatte einzubinden und Leuchtturmprojekte aufzuzeigen. Daneben engagiert sich der Verein in der Bildung für Nachhaltige Entwicklung und auf europäischer Ebene.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals”, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist das Wirken von UnternehmensGrün ein konkreter Beitrag für die Ziele 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 12 (Verantwortungsvoll konsumieren und produzieren) und 17 (Partnerschaften für die Ziele).

Kategorie Verwaltung
Stiftung WaldWelten, Eberswalde

Aus der Begründung: Die Stiftung WaldWelten wurde 2010 gemeinsam von der Stadt Eberswalde und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ins Leben gerufen. Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist die Förderung der waldbezogenen Wissenschaft und Klimafolgenforschung, die öffentliche Umweltbildung, die Förderung von waldbezogener Kunst und Kultur sowie des Naturschutzes.

Aus Sicht der Jury gehen diese beiden öffentlichen Institutionen mit der gemeinsamen Gründung einer Stiftung neue Wege, fundierte Informationen für nachhaltige Entwicklung zu generieren, sowie Erlebnis und Anwendung sicher zu stellen. Mit Information und Erfahrung wird Wissen über nachhaltige Entwicklung geschaffen, das übertragen und weitergegeben werden kann. Als Träger dieses Wissens kommt mit Kultur ein wesentlicher Treiber nachhaltiger Entwicklung ins Spiel.

Mit zahlreichen Projekten und Bildungsmodulen über das Ökosystem Wald trägt die Stiftung dazu bei, Nachhaltigkeit konkret zu erfassen und den Begriff zu schärfen. Durch die damit mögliche konkrete Vorstellung über Nachhaltigkeit wird es möglich, nachhaltiges Handeln aktiv zu fördern. Die Stiftung WaldWelten geht mit der Spiegelung der Erfahrungen und Ergebnisse zurück in Forschung und Lehre jedoch noch einen Schritt weiter und fördert auf diese Weise transdisziplinäres, systemisches Denken und Handeln.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals”, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist das Wirken der Stiftung ein konkreter Beitrag für die Ziele 4 (Qualität in der Bildung), 13 (Handeln für den Klimaschutz), 15 (Leben an Land) und 17 (Partnerschaften für die Ziele).

Kategorie Wirtschaft
Geschmacksentfaltung GmbH, Aalen

Aus der Begründung: Geschmacksentfaltung wurde nominiert mit der Fragestellung: ‚Wissen Sie, wie viele Plastiklöffel jährlich hierzulande für to-go Getränke verwendet und unrecycelt im Müll entsorgt werden?‘ Die Antwort wurde dabei gleich mitgeliefert: 7,5 Milliarden.

Auch die zweite Frage nach der Menge der in Deutschland verbrauchten Teebeutelklammern (etwa 50.000 kg Aluminium. Anmerkung der Jury: dies erfordert ca. 700 Megawattstunden Strom für die reine Produktion, was dem Verbrauch von ca. 430 Single-Haushalten entspricht) zeigt auf, dass mit der kreativen, nachhaltigen Lösung von Problemen zentrale Fragen der Kreislaufwirtschaft und der Ressourcen-Effizienz beantwortet werden können.

Das Unternehmen produziert einen Artikel mit der Bezeichnung ‚Greenspoon‘, der aus Sicht der Jury auf bestechende Weise zeigt, wie einfach Innovationen auch in unscheinbaren Nischen des täglichen Lebens stattfinden können und dabei ohne die Veränderung von Lebensgewohnheiten auskommen.

Greenspoon ist ein faltbarer Löffel mit integriertem Tee, der aus nur einem Grundmaterial hergestellt wird, das nach Angaben des Herstellers zudem zu 100% biologisch abbaubar ist. Damit wird das Produkt aus Sicht der Jury zum Gegenmodell des Wahnsinns von Kaffeekapseln.

Was zunächst wie ein verpackter Teebeutel in der Umverpackung erscheint, wird nach Aufklappen zu einem Rührlöffel aus Papier, der mit Tee gefüllt in der Tasse mit heißem Wasser übergossen und nach der entsprechenden Brühzeit kompostierfähig entsorgt werden kann.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals”, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist das Produkt ein konkreter Beitrag für die Ziele 3 (Gute Gesundheit und Wohlbefinden), 12 (Verantwortungsvoll konsumieren und produzieren) und 15 (Leben an Land).

Die Preisträger 2016

Die Mitgliederversammlung hat am 25.04.2016 aus den Nominierungen die Preisträger 2016 ausgewählt (siehe unten). Die Preisverleihung erfolgte am 12. Juni 2016, im Pulsraum Berlin.
 

Bundes-Band Nachhaltigkeit-Preisträger 2016-Foto Britta Pietschmann

Bundes-Band Nachhaltigkeit | Preisträger 2016 | Foto: Britta Pietschmann

 
Kategorie Gesellschaft
Der gemeinnützige Verein Sanktionsfrei n.e.V., Berlin

Aus der Begründung: “Die Initiative “sanktionsfrei.de” greift ein absolutes gesellschaftliches Novum auf: eine praxisgerechte, praktische und bundesweit verfügbare Hilfestellung für Bezieher/innen von Transferleistungen nach SGB II (umgangssprachlich: Hartz 4), die sich im Umgang mit den zuständigen Behörden und den Regelungen überfordert fühlen und dadurch Gefahr laufen, unnötigerweise mit Sanktionen belegt zu werden.

Die Hilfestellung ist umfassend und barrierefrei: neben der mehrsprachigen Möglichkeit, Anträge online auszufüllen, sind es vor allem leicht verständliche Werkzeuge, die den Schriftverkehr mit dem JobCenter vereinfachen. Kombiniert mit anwaltlichen Beratungsmöglichkeiten und standardisierten Antwortvorschlägen besteht erstmals die Chance, Sanktionen drastisch zu reduzieren. Damit werden auch arbeits- und kostenintensive Verwaltungsprozesse auf Seiten der JobCenter entlastet.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals“, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist sanktionsfrei.de ein konkreter Beitrag für die Ziele 1 (Keine Armut), 10 (Reduzierte Ungleichheiten) und 16 (Frieden und Gerechtigkeit).”

Kategorie Politik
Der Verein Netzwerk Lebenswerte Stadt e.V., Berlin

Aus der Begründung: “Der Verein ist Träger des Berliner Volksentscheids Fahrrad. Dieser Volksentscheid zeichnet sich durch 2 für die Auswahl entscheidende Kriterien aus:

a) erstmals wurden bei der Entwicklung des zur Abstimmung kommenden Gesetzentwurfes mehrstufige partizipatorische und inklusive Methoden angewendet, die das Potenzial haben, die künftige Entwurfsarbeit in Gesetzgebungsverfahren weiter zu entwickeln:

durch einen sog. “Gesetzes-Hackathon” (bundesweite Beteiligung von Verkehrsexperten und Juristen nach entsprechendem öffentlichen Aufruf) wurde der Rohentwurf entwickelt, der im Rahmen weiterer Beteiligungsmöglichkeiten über eine Facebook-Gruppe ausgebaut und verfeinert worden ist.

In einer abschließenden Beteiligungsrunde wurde der Gesetzentwurf über die Webseite der Initiatoren veröffentlicht und zur Kommentierung eingeladen. Die vielfältigen Kommentare flossen anschließend in die endgültige Version des Gesetzesentwurfes ein.

b) es steht stellvertretend für das Einüben eines künftigen Umgangs mit zeitgemäßen demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten sowohl bei einer breiten Bevölkerung (z.Zt. noch ohne nicht-deutsche Bevölkerung), als auch in der Politik. Allein die Ankündigung zur Durchführung des Volksentscheides hat bereits zu vielfältigen Impulsen in der Politik geführt.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals“, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist der Volksentscheid Fahrrad ein konkreter Beitrag für die Ziele 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur), 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden), 12 (Verantwortungsvolle/r Konsum und Produktion), 13 (Aktionen für den Klimaschutz) und 16 (Frieden und Gerechtigkeit).”

Kategorie Verwaltung
Die Hochschule für Wirtschaft und Recht gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

Aus der Begründung: “Die Kooperation zwischen Universitäten und das Angebot gemeinsamer Studiengänge sind seit einigen Jahren eine neue Methode für länderübergreifendes kollaboratives Studium bei gegenseitiger Anerkennung der Abschlüsse. Dieses Modell findet sich nun auch in der engen Verzahnung von deutschen Universitäten oder von mehreren Universitäten innerhalb eines Studienortes wieder.

Wesensmerkmale solcher Kooperationen sind die Stärkung der akademischen Qualität, die Übernahme von gemeinsamer Verantwortung und die Möglichkeit, Studiengänge anzubieten, die ansonsten von nur einer Hochschule aus Kostengründen nicht durchgeführt werden können.

Auf diese Weise ist ein Studium entstanden, das einen Bachelor- und Masterabschluss für Public und Nonprofit-Management ermöglicht und Studierenden einen besonderen, übergreifenden Blick in die Bereiche öffentliche Verwaltung, öffentliche Unternehmen, gemeinnützige Organisationen gibt. Dies eröffnet ein gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse und Problemlagen und gerade Non-Profit-Organisationen profitieren von der dadurch möglichen Professionalisierung.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals“, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, sind die Kooperation zwischen den Hochschulen und dieser spezielle Studiengang ein noch seltener konkreter Beitrag für die Ziele 4 (Qualität in der Bildung), 10 (Abbau von Ungleichheiten), 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) und 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen).”

Kategorie Wirtschaft
Das Start-up BioInspiration GbR, Eberswalde

Aus der Begründung: “BioInspiration GbR wurde 2014 in Eberswalde gegründet. Die beiden Gründer haben sich auf dem Spielplatz ihrer Kinder getroffen und überlegt, wie sie das Spielzeug ihrer Kinder aus Materialien herstellen könnten, die weniger gesundheitsgefährdend und aus regenerativen Rohstoffen gefertigt sind. Aus dieser Überlegung ist zunächst die Idee entstanden, das Rohmaterial für 3D-Drucker so zu modifizieren, dass die aus dem bisherigen Einsatz resultierende Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub eliminiert werden kann. Das erste Produkt hieraus ist ein auf pflanzlicher Basis entstandenes Polymer, das für den Einsatz in 3D-Druckern geeignet ist.

Der der Auszeichnung grundlegende nächste Schritt ist die konzeptionelle Entwicklung der dezentralen Produktion von sog. “Bio-Polymeren”, die auf der Basis von Stoffwechselprodukten aus Algen oder Bakterien gewonnen werden können. Hier leistet BioInspiration Grundlagenarbeit auch für die Entwicklung von Schritten für die ebenfalls dezentrale Weiterverarbeitung, die besonders bisher landwirtschaftlich geprägten Regionen neue Perspektiven eröffnet.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals“, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, adressiert BioInspiration mit der Grundlagenarbeit die Ziele 3 (Gute Gesundheit und Wohlbefinden), 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) und 12 (Verantwortungsvolle/r Konsum und Produktion).”

Die Preisträger 2015

Die Mitgliederversammlung hat am 25.04.2015 aus den Nominierungen die Preisträger 2015 ausgewählt (siehe unten). Die Preisverleihung erfolgte am 02. Juni 2015, in der Forum Factory Berlin.
 

Bundes-Band Nachhaltigkeit-Preisträger 2015-Foto Britta Pietschmann

Bundes-Band Nachhaltigkeit | Preisträger 2015 | Foto: Britta Pietschmann

 
Kategorie Gesellschaft
Der Verein “Mein Grundeinkommen e.V. i.Gr.

Aus der Begründung: “Dieser experimentelle und praktische Forschungsansatz aus der Zivilgesellschaft zur Verifizierung der jahrzehntelangen Diskussion über die Wirkungen von bedingungslosem Grundeinkommen auf die Menschen war längst überfällig. Die Initiatoren haben Mut zum Risiko des Scheiterns bewiesen und im April 2015 bereits 10 Mal Menschen zu einem 1-jährigen Grundeinkommen verholfen. Inzwischen findet die Methodik weltweite Aufmerksamkeit, in den Niederlanden findet die Methodik Nachahmung.”

Kategorie Politik
Der Verein Liquid Democracy e.V.

Aus der Begründung: “Mit der Entwicklung der Adhocracy-Plattform für die Umsetzung von Teilnahme an (politischen) Entscheidungsprozessen bietet der Verein optimale Voraussetzungen für die aktive Teilnahme der Zivilgesellschaft. Die Plattform kommt sowohl innerhalb bestehender Organisationen wie auch im öffentlichen Bereich zum Einsatz und ermöglicht einen klaren, ehrlichen, vertrauensfördernden und ergebnisorientierten Trialog zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerschaft.”

Kategorie Verwaltung
Die Stadt Weilheim i.OB.

Aus der Begründung: “Das Wappen der Stadt zeigt ein offenes Tor in einer Stadtmauer. Bereits damit deutet sich an, dass die Weilheimer offen sind für neue Impulse. Als eine der ersten Kommunen in Deutschland hat sich Weilheim der öffentlichen Partizipation als 4. Säule der Nachhaltigkeit verschrieben: “Die Menschen müssen die Möglichkeit haben, an den Entscheidungen, die für sie und für eine nachhaltige Entwicklung von Bedeutung sind, mitzuwirken. Die Einbeziehung der Bürger stärkt die Eigenverantwortlichkeit und fördert das Problembewusstsein.” Diese aktive Teilnahme wird durch mehrere ständige Arbeitskreise ermöglicht, die eine große thematische Bandbreite abdecken und die von der Stadtverwaltung gezielt unterstützt werden. Dies geht weit über das Konzept herkömmlicher Bürgerbeteiligung hinaus.”

Kategorie Wirtschaft
Die Firma TRIGEMA Inh. W. Grupp e.K.

Aus der Begründung: “Der Unternehmer Wolfgang Grupp führt TRIGEMA mit 1200 Mitarbeitenden als eingetragener Kaufmann, d.h. mit vollem persönlichen Risiko und Haftung. Das Erfolgsrezept des Unternehmens besteht in der Konzentration auf das Kerngeschäft, einer Philosophie des qualitativen Wachstums, einer hohen Wertschöpfung, die dadurch stabile wirtschaftliche Grundlage und die außergewöhnlich hohe soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden. TRIGEMA operiert seit 2004 als eines der ersten – und immer noch sehr wenigen – Unternehmen mit einer Produktlinie im Sinne der Kreislaufwirtschaft, des Cradle-to-Cradle. Damit ist TRIGEMA Vorreiterin eines wirtschaftlichen Wandels aus der Perspektive der Produktion und übernimmt Verantwortung für eine nachhaltige Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten. TRIGEMA ist in jeder Hinsicht weitsichtig aufgestellt und mit Fug und Recht ein nachhaltiges Unternehmen im Sinne der Responsible Economy.”

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