Bundespreis Nachhaltigkeit

Bundespreis Nachhaltigkeit

Bewerbungen und Vorschläge für die Auszeichnung mit dem
Bundespreis Nachhaltigkeit noch bis 30.06.2019 hier einreichen ↓

In ihrer Eigenschaft als zivilgesellschaftlich organisierte nationale Nichtregierungsorganisation stiftet die Bundesvereinigung Nachhaltigkeit den „Bundespreis Nachhaltigkeit“ als Auszeichnung für besonders nachhaltige Handlungen und Handlungsweisen in den Kategorien Gesellschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
Erstmals ab 2019 werden diese durch die Sonderkategorie Vorsprung: Jugend abgerundet.

Bewerbungs- und Nominierungsrunde 2019

Bundespreis Nachhaltigkeit 2019: HÖRT UNS! - Stimmen der Generationen

Die Bundesvereinigung Nachhaltigkeit sucht aktive Gestalter*innen einer Gesellschaft im Wandel!

Bewerben bis 30. Juni 2019, 18 Uhr !
Eingereicht werden können Bewerbungen und Vorschläge für umgesetzte Ideen des Wandels. Die Bewerbungsphase zum Bundespreis Nachhaltigkeit 2019 läuft online bis zum 30. Juni 2019 in den 5 Kategorien. Die Verleihung des 5. Bundespreises Nachhaltigkeit findet voraussichtlich am Freitag, dem 18.10.2019 statt.

Wer kann mitmachen?
Vorschläge oder Selbstbewerbungen für Initiativen, Projekte, Organisationen, Bewegungen, Unternehmen und Einzelpersonen sind willkommen, die zukunftsweisende Schritte in Richtung einer Gesellschaft der Nachhaltigkeit gehen.

Transformationsinitiator*innen jeden Alters können ihre Projekte einreichen. Der Nachwuchspreis „Vorsprung: Jugend“ will explizit transformativ wirkendes Engagement und frische Nachhaltigkeits-Projekte junger Menschen würdigen und sichtbar machen!

Unsere Motivation – Brücken bauen!
„HÖRT UNS! - Stimmen der Generationen“ - Das Motto für den Bundespreis 2019 bedeutet, mutigen Menschen jeden Alters die ihnen gebührende Stimme zu verleihen.

Hier wird das Spektrum der Generationen und deren vielfältigen Visionen für die Nachhaltige Entwicklung und ihrer „Nischen-Transformation“ beispielhaft sichtbar. Damit finden ihre wertvollen Visionen und Erfahrungen – die „Stimmen der Generationen“ - anerkennend Gehör!

Die Jury der Generationen
Wir bauen Brücken zwischen den Generationen. Wir machen die Stimmen des Wandels hörbar!

Die Positionen besonders junger und alter Menschen finden kaum Beachtung in unseren gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen. Aber das Wissen und die Werte aller Generationen sind wichtig, um die leuchtenden „Sterne“ der Zukunft zu ehren.

Darum bekommt die Jugend eine starke Stimmengewichtung in der Jury (50% 12 – 21 Jährige). Menschen zwischen 66 und 88+ nehmen 25% der Sitze ein. Ein Weiteres Viertel besetzen die am meisten politisch Gehörten; die 22 bis 65 Jährigen. Damit leben wir intergenerationelle Gerechtigkeit und strengen den Austausch der Generationen an!

Hier die → Presseinfo zum Download und zur Weiterleitung.

Bundespreis Nachhaltigkeit 2019: HÖRT UNS! - Aufbruch in ein nachhaltiges gleichgewichtsorientiertes Selbstverständnis

Ihr Vorschlag:

Name der vorgeschlagenen Person, Organisation (Unternehmen, Verwaltungseinheit, Verein, Stiftung etc.), der Initiative oder des Projektes (Nominierte/r):
Webseite der vorgeschlagenen Person, Organisation (Unternehmen, Verwaltungseinheit, Verein, Stiftung etc.), der Initiative oder des Projektes:
Kategorie, für die vorgeschlagen wird:
(Gesellschaft | Politik | Verwaltung | Wirtschaft | Vorsprung: Jugend)
Begründung für den Vorschlag:
Ihr Name:
Ihre E-Mail:
Die Übertragung Ihrer persönlichen Daten erfolgt unverschlüsselt. Hinsichtlich der Nutzung möchten wir Sie auf unsere Erklärung zum → Datenschutz hinweisen.

Die bisherigen Preisträger

 

Die Preisträger 2018

Die Mitgliederversammlung hat am 25.04.2018 aus den Nominierungen die Preisträger 2018 ausgewählt (siehe unten). Die Preisverleihung erfolgte am 26. September 2018, in der → Forum Factory Berlin.

Bundespreis Nachhaltigkeit | Preisträger 2018 | Foto: Sil Egger

Bundespreis Nachhaltigkeit | Preisträger 2018 | Foto: Sil Egger

Kategorie Gesellschaft


Friedensbaum-Stiftung (Lellwangen/Deggenhauser Tal | Baden-Württemberg)

Die Friedensbaum Stiftung wurde ausgewählt, weil sie mit ihren Aktivitäten die Kulturen, Spiritualität und Vielfalt indigener Völker in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt. Beinahe überall auf der Welt sind indigene Völker von Auslöschung, Vertreibung aus angestammten Siedlungsgebieten oder Umsiedlung in Reservate bedroht.

Mit ihrer Arbeit adressiert die Stiftung u.a. SDG 4 und SDG 16.

Kategorie Politik


GFF Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. (Berlin)

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte wurde ausgewählt, weil sie Grundsatzurteile von besonderer Bedeutung für den Schutz bürgerlicher Freiheitsrechte vor staatlicher Intervention erkämpft. Der Verein bezeichnet sich selbst als “Rechtsschutzversicherung für das Grundgesetz”.

Mit seiner Arbeit adressiert der Verein u.a. SDG 10 und SDG 16.

Kategorie Verwaltung


→ Das Projekt ‘FairGrid‘ (Feldkirchen-Westerham | Oberbayern)

Das Projekt ‘Fair Grid’ wurde ausgewählt, weil es mit seiner Arbeit in Afrika die technischen Möglichkeiten stabiler Stromnetze (fairer Zugang zu Strom) mit der Schaffung technischer Voraussetzung für ein Rentenversicherungssystem (faires, würdiges Leben im Alter) und für den internetbasierten Zugang zu Wissen und Partizipation (Distant Education System für den ländlichen Raum) kombiniert und damit weit über bisherige Lösungen von energiebasierten Netzwerken hinausdenkt und handelt.

Mit seiner Arbeit adressiert das Projekt u.a. SDG 4, SDG 7 und SDG 10.

Kategorie Wirtschaft


OSTMOST | Streuobstwiesenmanufaktur GmbH (Berlin)

OSTMOST wurde ausgewählt, weil das Unternehmen es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Basis seiner geschäftlichen Aktivitäten auf den Schutz und den Erhalt von Streuobstwiesen und die Nutzung uralter Obstsorten zu legen. Mit der Formulierung “Streuobstwiesen sind die kleinen Regenwälder Deutschlands“ zeigt das Unternehmen die hohe Bedeutung solcher Anbauflächen für die Biodiversität in Deutschland auf.

Mit seiner Arbeit adressiert das Unternehmen u.a. SDG 12 und SDG 13.

Bundespreis Nachhaltigkeit | Nominierten-Workshop 2018 | Foto: Sil Egger

Bundespreis Nachhaltigkeit | Nominierten-Workshop 2018 | Foto: Sil Egger

Die Preisträger 2017

Die Mitgliederversammlung hat am 25.04.2017 aus den Nominierungen die Preisträger 2017 ausgewählt (siehe unten). Die Preisverleihung erfolgte am 13. Oktober 2017, im → Pulsraum Berlin.

Bundespreis Nachhaltigkeit | Preisträger 2017 | Foto: Sil Egger

Bundespreis Nachhaltigkeit | Preisträger 2017 | Foto: Sil Egger

Kategorie Gesellschaft
Prof. Dr. Byung-Chul Han, Berlin

Aus der Begründung: Byung-Chul Han (* 1959 in Seoul, Südkorea) ist Autor und Essayist sowie Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin.

In zahlreichen Veröffentlichungen wirft Byung-Chul Han einen sonnenklaren Blick auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse, die dem Gemeinschaftswerk des nachhaltigen Handelns Vieler den entwicklungshemmenden Individualismus entgegensetzen und damit nachhaltige Entwicklung unmöglich machen.

Merkmale solcher Barrieren sind nach seiner Auffassung u.a. eine an Totalitarismus grenzende Transparenz im Zuge der Digitalisierung, in dem der Mensch als Datensatz oder virtuelles Wesen scheinbar nützlicher ist, als als lebendiges Wesen:

„Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft erleichtert, erweitert und beschleunigt in erheblichem Maße die kommerzielle Ausbeutung des menschlichen Lebens. Sie unterwirft Lebensbereiche, die bisher dem kommerziellen Zugriff unzugänglich waren, einer ökonomischen Ausbeutung. So tut es heute not, neue Lebensbereiche zu errichten, ja neue Lebensformen zu entwickeln, die sich der kommerziellen Totalausbeutung des menschlichen Lebens widersetzen.“

Big Data mache Prognosen des menschlichen Verhaltens möglich, wodurch Zukunft berechen- und manipulierbar würde. Es erzeuge ein Herrschaftswissen, das es erlaube, Menschen wie Marionetten steuerbar zu machen ohne dass dies von ihnen bemerkt würde. Mehr noch: dies würde als eine individuelle Freiheit wahrgenommen. „Somit kündigt Big Data das Ende des freien Willens an.“

Die Kombination eines übersteigerten, kultartig gelebten Individualismus mit einer digital unterstützen Vereinzelung wirft aus Sicht der Jury die Frage nach der Gültigkeit der Selbstdefinition als menschliches Wesen auf, die u.a. auf sozialer und kultureller Interaktion, Bewusstsein und reflektiertem Verhalten beruht.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals”, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist sein Wirken ein konkreter Beitrag für die Ziele 4 (Qualität in der Bildung), 11 (Nachhaltige Städte und Siedlungen) und 12 (Verantwortungsvoll konsumieren und produzieren).

Kategorie Politik
UnternehmensGrün e.V., Berlin

Aus der Begründung: Seit 25 Jahren ist UnternehmensGrün die politische Stimme der verantwortlich handelnden, nachhaltigen Unternehmen überwiegend aus dem Bereich der Kleinen und Mittleren Unternehmen mit dem erklärten Ziel einer „konsequente Verwirklichung ökologischer Konzepte und Strategien in Wirtschaft und Gesellschaft“.

Das Engagement des gemeinnützigen Vereins liegt seit dem 19.06.1992 darin, die politischen Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften zu verbessern und aufzuzeigen, dass mit nachhaltigen Geschäftskonzepten Umsätze und damit auch Gewinne erzielt werden können. Aus Sicht der Jury ist dabei der vorbildhafte kontinuierliche Erhalt von Authentizität über einen derart langen Zeitraum bemerkenswert, die durch die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Verbands-Akteure ermöglicht wird.

Der parteipolitisch unabhängige Verein blickt in seiner Geschichte auf Meilensteine wie das EEG, die Ökosteuer oder die kritische Auseinandersetzung mit Freihandelspolitik zurück.

UnternehmensGrün wurde ausgewählt, da es hier gelingt, Pioniere der Nachhaltigkeit in die politische Debatte einzubinden und Leuchtturmprojekte aufzuzeigen. Daneben engagiert sich der Verein in der Bildung für Nachhaltige Entwicklung und auf europäischer Ebene.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals”, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist das Wirken von UnternehmensGrün ein konkreter Beitrag für die Ziele 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 12 (Verantwortungsvoll konsumieren und produzieren) und 17 (Partnerschaften für die Ziele).

Kategorie Verwaltung
Stiftung WaldWelten, Eberswalde

Aus der Begründung: Die Stiftung WaldWelten wurde 2010 gemeinsam von der Stadt Eberswalde und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ins Leben gerufen. Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist die Förderung der waldbezogenen Wissenschaft und Klimafolgenforschung, die öffentliche Umweltbildung, die Förderung von waldbezogener Kunst und Kultur sowie des Naturschutzes.

Aus Sicht der Jury gehen diese beiden öffentlichen Institutionen mit der gemeinsamen Gründung einer Stiftung neue Wege, fundierte Informationen für nachhaltige Entwicklung zu generieren, sowie Erlebnis und Anwendung sicher zu stellen. Mit Information und Erfahrung wird Wissen über nachhaltige Entwicklung geschaffen, das übertragen und weitergegeben werden kann. Als Träger dieses Wissens kommt mit Kultur ein wesentlicher Treiber nachhaltiger Entwicklung ins Spiel.

Mit zahlreichen Projekten und Bildungsmodulen über das Ökosystem Wald trägt die Stiftung dazu bei, Nachhaltigkeit konkret zu erfassen und den Begriff zu schärfen. Durch die damit mögliche konkrete Vorstellung über Nachhaltigkeit wird es möglich, nachhaltiges Handeln aktiv zu fördern. Die Stiftung WaldWelten geht mit der Spiegelung der Erfahrungen und Ergebnisse zurück in Forschung und Lehre jedoch noch einen Schritt weiter und fördert auf diese Weise transdisziplinäres, systemisches Denken und Handeln.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals”, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist das Wirken der Stiftung ein konkreter Beitrag für die Ziele 4 (Qualität in der Bildung), 13 (Handeln für den Klimaschutz), 15 (Leben an Land) und 17 (Partnerschaften für die Ziele).

Kategorie Wirtschaft
Geschmacksentfaltung GmbH, Aalen

Aus der Begründung: Geschmacksentfaltung wurde nominiert mit der Fragestellung: ‚Wissen Sie, wie viele Plastiklöffel jährlich hierzulande für to-go Getränke verwendet und unrecycelt im Müll entsorgt werden?‘ Die Antwort wurde dabei gleich mitgeliefert: 7,5 Milliarden.

Auch die zweite Frage nach der Menge der in Deutschland verbrauchten Teebeutelklammern (etwa 50.000 kg Aluminium. Anmerkung der Jury: dies erfordert ca. 700 Megawattstunden Strom für die reine Produktion, was dem Verbrauch von ca. 430 Single-Haushalten entspricht) zeigt auf, dass mit der kreativen, nachhaltigen Lösung von Problemen zentrale Fragen der Kreislaufwirtschaft und der Ressourcen-Effizienz beantwortet werden können.

Das Unternehmen produziert einen Artikel mit der Bezeichnung ‚Greenspoon‘, der aus Sicht der Jury auf bestechende Weise zeigt, wie einfach Innovationen auch in unscheinbaren Nischen des täglichen Lebens stattfinden können und dabei ohne die Veränderung von Lebensgewohnheiten auskommen.

Greenspoon ist ein faltbarer Löffel mit integriertem Tee, der aus nur einem Grundmaterial hergestellt wird, das nach Angaben des Herstellers zudem zu 100% biologisch abbaubar ist. Damit wird das Produkt aus Sicht der Jury zum Gegenmodell des Wahnsinns von Kaffeekapseln.

Was zunächst wie ein verpackter Teebeutel in der Umverpackung erscheint, wird nach Aufklappen zu einem Rührlöffel aus Papier, der mit Tee gefüllt in der Tasse mit heißem Wasser übergossen und nach der entsprechenden Brühzeit kompostierfähig entsorgt werden kann.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals”, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist das Produkt ein konkreter Beitrag für die Ziele 3 (Gute Gesundheit und Wohlbefinden), 12 (Verantwortungsvoll konsumieren und produzieren) und 15 (Leben an Land).

Die Preisträger 2016

Die Mitgliederversammlung hat am 25.04.2016 aus den Nominierungen die Preisträger 2016 ausgewählt (siehe unten). Die Preisverleihung erfolgte am 12. Juni 2016, im → Pulsraum Berlin.

Bundes-Band Nachhaltigkeit-Preisträger 2016-Foto Britta Pietschmann

Bundes-Band Nachhaltigkeit | Preisträger 2016 | Foto: Britta Pietschmann

Kategorie Gesellschaft
Der gemeinnützige Verein Sanktionsfrei n.e.V., Berlin

Aus der Begründung: “Die Initiative “sanktionsfrei.de” greift ein absolutes gesellschaftliches Novum auf: eine praxisgerechte, praktische und bundesweit verfügbare Hilfestellung für Bezieher/innen von Transferleistungen nach SGB II (umgangssprachlich: Hartz 4), die sich im Umgang mit den zuständigen Behörden und den Regelungen überfordert fühlen und dadurch Gefahr laufen, unnötigerweise mit Sanktionen belegt zu werden.

Die Hilfestellung ist umfassend und barrierefrei: neben der mehrsprachigen Möglichkeit, Anträge online auszufüllen, sind es vor allem leicht verständliche Werkzeuge, die den Schriftverkehr mit dem JobCenter vereinfachen. Kombiniert mit anwaltlichen Beratungsmöglichkeiten und standardisierten Antwortvorschlägen besteht erstmals die Chance, Sanktionen drastisch zu reduzieren. Damit werden auch arbeits- und kostenintensive Verwaltungsprozesse auf Seiten der JobCenter entlastet.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals“, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist sanktionsfrei.de ein konkreter Beitrag für die Ziele 1 (Keine Armut), 10 (Reduzierte Ungleichheiten) und 16 (Frieden und Gerechtigkeit).”

Kategorie Politik
Der Verein Netzwerk Lebenswerte Stadt e.V., Berlin

Aus der Begründung: “Der Verein ist Träger des Berliner Volksentscheids Fahrrad. Dieser Volksentscheid zeichnet sich durch 2 für die Auswahl entscheidende Kriterien aus:

a) erstmals wurden bei der Entwicklung des zur Abstimmung kommenden Gesetzentwurfes mehrstufige partizipatorische und inklusive Methoden angewendet, die das Potenzial haben, die künftige Entwurfsarbeit in Gesetzgebungsverfahren weiter zu entwickeln:

durch einen sog. “Gesetzes-Hackathon” (bundesweite Beteiligung von Verkehrsexperten und Juristen nach entsprechendem öffentlichen Aufruf) wurde der Rohentwurf entwickelt, der im Rahmen weiterer Beteiligungsmöglichkeiten über eine Facebook-Gruppe ausgebaut und verfeinert worden ist.

In einer abschließenden Beteiligungsrunde wurde der Gesetzentwurf über die Webseite der Initiatoren veröffentlicht und zur Kommentierung eingeladen. Die vielfältigen Kommentare flossen anschließend in die endgültige Version des Gesetzesentwurfes ein.

b) es steht stellvertretend für das Einüben eines künftigen Umgangs mit zeitgemäßen demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten sowohl bei einer breiten Bevölkerung (z.Zt. noch ohne nicht-deutsche Bevölkerung), als auch in der Politik. Allein die Ankündigung zur Durchführung des Volksentscheides hat bereits zu vielfältigen Impulsen in der Politik geführt.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals“, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, ist der Volksentscheid Fahrrad ein konkreter Beitrag für die Ziele 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur), 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden), 12 (Verantwortungsvolle/r Konsum und Produktion), 13 (Aktionen für den Klimaschutz) und 16 (Frieden und Gerechtigkeit).”

Kategorie Verwaltung
Die Hochschule für Wirtschaft und Recht gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

Aus der Begründung: “Die Kooperation zwischen Universitäten und das Angebot gemeinsamer Studiengänge sind seit einigen Jahren eine neue Methode für länderübergreifendes kollaboratives Studium bei gegenseitiger Anerkennung der Abschlüsse. Dieses Modell findet sich nun auch in der engen Verzahnung von deutschen Universitäten oder von mehreren Universitäten innerhalb eines Studienortes wieder.

Wesensmerkmale solcher Kooperationen sind die Stärkung der akademischen Qualität, die Übernahme von gemeinsamer Verantwortung und die Möglichkeit, Studiengänge anzubieten, die ansonsten von nur einer Hochschule aus Kostengründen nicht durchgeführt werden können.

Auf diese Weise ist ein Studium entstanden, das einen Bachelor- und Masterabschluss für Public und Nonprofit-Management ermöglicht und Studierenden einen besonderen, übergreifenden Blick in die Bereiche öffentliche Verwaltung, öffentliche Unternehmen, gemeinnützige Organisationen gibt. Dies eröffnet ein gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse und Problemlagen und gerade Non-Profit-Organisationen profitieren von der dadurch möglichen Professionalisierung.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals“, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, sind die Kooperation zwischen den Hochschulen und dieser spezielle Studiengang ein noch seltener konkreter Beitrag für die Ziele 4 (Qualität in der Bildung), 10 (Abbau von Ungleichheiten), 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) und 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen).”

Kategorie Wirtschaft
Das Start-up BioInspiration GbR, Eberswalde

Aus der Begründung: “BioInspiration GbR wurde 2014 in Eberswalde gegründet. Die beiden Gründer haben sich auf dem Spielplatz ihrer Kinder getroffen und überlegt, wie sie das Spielzeug ihrer Kinder aus Materialien herstellen könnten, die weniger gesundheitsgefährdend und aus regenerativen Rohstoffen gefertigt sind. Aus dieser Überlegung ist zunächst die Idee entstanden, das Rohmaterial für 3D-Drucker so zu modifizieren, dass die aus dem bisherigen Einsatz resultierende Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub eliminiert werden kann. Das erste Produkt hieraus ist ein auf pflanzlicher Basis entstandenes Polymer, das für den Einsatz in 3D-Druckern geeignet ist.

Der der Auszeichnung grundlegende nächste Schritt ist die konzeptionelle Entwicklung der dezentralen Produktion von sog. “Bio-Polymeren”, die auf der Basis von Stoffwechselprodukten aus Algen oder Bakterien gewonnen werden können. Hier leistet BioInspiration Grundlagenarbeit auch für die Entwicklung von Schritten für die ebenfalls dezentrale Weiterverarbeitung, die besonders bisher landwirtschaftlich geprägten Regionen neue Perspektiven eröffnet.

Im Sinne der von der UNO verabschiedeten “Sustainable Development Goals“, den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen, adressiert BioInspiration mit der Grundlagenarbeit die Ziele 3 (Gute Gesundheit und Wohlbefinden), 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) und 12 (Verantwortungsvolle/r Konsum und Produktion).”

Die Preisträger 2015

Die Mitgliederversammlung hat am 25.04.2015 aus den Nominierungen die Preisträger 2015 ausgewählt (siehe unten). Die Preisverleihung erfolgte am 02. Juni 2015, in der → Forum Factory Berlin.

Bundes-Band Nachhaltigkeit-Preisträger 2015-Foto Britta Pietschmann

Bundes-Band Nachhaltigkeit | Preisträger 2015 | Foto: Britta Pietschmann

Kategorie Gesellschaft
Der Verein “Mein Grundeinkommen e.V. i.Gr.

Aus der Begründung: “Dieser experimentelle und praktische Forschungsansatz aus der Zivilgesellschaft zur Verifizierung der jahrzehntelangen Diskussion über die Wirkungen von bedingungslosem Grundeinkommen auf die Menschen war längst überfällig. Die Initiatoren haben Mut zum Risiko des Scheiterns bewiesen und im April 2015 bereits 10 Mal Menschen zu einem 1-jährigen Grundeinkommen verholfen. Inzwischen findet die Methodik weltweite Aufmerksamkeit, in den Niederlanden findet die Methodik Nachahmung.”

Kategorie Politik
Der Verein Liquid Democracy e.V.

Aus der Begründung: “Mit der Entwicklung der Adhocracy-Plattform für die Umsetzung von Teilnahme an (politischen) Entscheidungsprozessen bietet der Verein optimale Voraussetzungen für die aktive Teilnahme der Zivilgesellschaft. Die Plattform kommt sowohl innerhalb bestehender Organisationen wie auch im öffentlichen Bereich zum Einsatz und ermöglicht einen klaren, ehrlichen, vertrauensfördernden und ergebnisorientierten Trialog zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerschaft.”

Kategorie Verwaltung
Die Stadt Weilheim i.OB.

Aus der Begründung: “Das Wappen der Stadt zeigt ein offenes Tor in einer Stadtmauer. Bereits damit deutet sich an, dass die Weilheimer offen sind für neue Impulse. Als eine der ersten Kommunen in Deutschland hat sich Weilheim der öffentlichen Partizipation als 4. Säule der Nachhaltigkeit verschrieben: “Die Menschen müssen die Möglichkeit haben, an den Entscheidungen, die für sie und für eine nachhaltige Entwicklung von Bedeutung sind, mitzuwirken. Die Einbeziehung der Bürger stärkt die Eigenverantwortlichkeit und fördert das Problembewusstsein.” Diese aktive Teilnahme wird durch mehrere ständige Arbeitskreise ermöglicht, die eine große thematische Bandbreite abdecken und die von der Stadtverwaltung gezielt unterstützt werden. Dies geht weit über das Konzept herkömmlicher Bürgerbeteiligung hinaus.”

Kategorie Wirtschaft
Die Firma TRIGEMA Inh. W. Grupp e.K.

Aus der Begründung: “Der Unternehmer Wolfgang Grupp führt TRIGEMA mit 1200 Mitarbeitenden als eingetragener Kaufmann, d.h. mit vollem persönlichen Risiko und Haftung. Das Erfolgsrezept des Unternehmens besteht in der Konzentration auf das Kerngeschäft, einer Philosophie des qualitativen Wachstums, einer hohen Wertschöpfung, die dadurch stabile wirtschaftliche Grundlage und die außergewöhnlich hohe soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden. TRIGEMA operiert seit 2004 als eines der ersten – und immer noch sehr wenigen – Unternehmen mit einer Produktlinie im Sinne der Kreislaufwirtschaft, des Cradle-to-Cradle. Damit ist TRIGEMA Vorreiterin eines wirtschaftlichen Wandels aus der Perspektive der Produktion und übernimmt Verantwortung für eine nachhaltige Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten. TRIGEMA ist in jeder Hinsicht weitsichtig aufgestellt und mit Fug und Recht ein nachhaltiges Unternehmen im Sinne der Responsible Economy.”

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