Die globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklungsziele

 

Die globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung
“Transformation unserer Welt:
die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung”

 
Die UN Generalversammlung hat in ihrer Sitzung am 25.09.2015 unter dieser Bezeichnung die globalen Nachhaltigen Entwicklungsziele, die sog. “Sustainable Development Goals” oder kurz “SDGs” verabschiedet.

Insgesamt 17 Ziele und 169 Unterziele (die sog. “Zielvorgaben”) sind Bestandteil der Agenda und “zeigen, wie umfassend und ambitioniert diese neue universelle Agenda ist. Sie sollen auf den Millenniums-Entwicklungszielen aufbauen und vollenden, was diese nicht erreicht haben” (Zitat aus der Präambel).

Die einzelnen Ziele werden durch Klick auf das jeweilige Icon erklärt.

Die Geschichte der Nachhaltigen Entwicklungsziele

 
1992: Die Rio-Konferenz
 
Die Geschichte der Nachhaltigen Entwicklungsziele beginnt ursprünglich 1992. In diesem Jahr riefen die Vereinten Nationen eine Konferenz zu Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro aus, um über umwelt- und entwicklungspolitische Fragen des kommenden Jahrhunderts zu diskutieren.

Im Zuge dieser Konferenz wurde das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als internationales Leitbild festgelegt, um durch wirtschaftliche Effizienz, soziale Gerechtigkeit und die Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen wichtige Voraussetzungen für ein gutes Leben für alle zu schaffen.
 
 
2000: Die Millenniumsentwicklungsziele
 
Im Jahr 2000 wurden auf dem UN-Millennium-Gipfel acht Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) bis 2015 beschlossen. Sieben dieser Ziele in Bezug auf

  • die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger,
  • Primärschulbildung für alle,
  • die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frau,
  • die Senkung der Kindersterblichkeit,
  • die Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Mütter,
  • die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten
  • die Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit

nahmen vor allem die Entwicklungsländer in die Pflicht. Das achte Ziel betrifft alle Mitgliedsländer, jedoch vor allem die entwickelten Länder, ihre globale Machtstellung für den

  • Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung

einzusetzen.

Zur Messbarkeit der Ziele legten die UN außerdem Unterpunkte und Indikatoren sowie Referenzdaten zur Evaluierung der Ziele fest. Die Ziele wurden aus vielerlei Gründen kritisiert, unter anderem wegen ihrer einseitigen Perspektive auf Entwicklung aus Sicht der entwickelten Länder und die viel zu geringe Betrachtung von ökologischen und Umweltzielen.

Laut des entsprechenden Berichts der UN von 2015 wurden die Ziele laut letztendlich fast, jedoch ungleich erfüllt. So besteht beispielsweise bezüglich der Ungleichheit von Geschlechtern, Klimawandel und Umweltzerstörung und Frieden und Konfliktprävention weiter Handlungsbedarf. Vor allem in der Beseitigung von Armut und Hunger und im Bereich Gesundheit wurden Fortschritte erzielt.
 
 
2015: Sustainable Development Goals
 
Da die MDGs im Jahr 2015 ausliefen, wurde auf dem MDG-Gipfel 2010 die Notwendigkeit einer neuen Agenda (Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung) formuliert. Ein wichtiger Aspekt bei der Formulierung dieser Agenda ist die Integration der Nachhaltigen Entwicklungsziele, den Sustainable Development Goals (SDGs), die Ziele im Bereich Wirtschaft, Ökologie und Sozialem vereinen und miteinander verknüpfen.

Die Weichenstellung dafür erfolgte 2012 auf der Rio+20-Konferenz, auf der eine offene Arbeitsgruppe (Open Working Group, OWG) mit der Erarbeitung der Ziele beauftragt wurde. Nachdem dazu auf nationaler, regionaler und globaler Ebene Konsultationsprozesse durchgeführt wurden, schlug die Arbeitsgruppe im Juli 2014 schließlich 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung vor.

Das neue Zielsystem gilt, anders als die MDGs, für Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer gleichermaßen und entwickelte Länder somit stärker in die Pflicht nehmen, ihre Vormachtstellung abzubauen. Außerdem umfassen die neuen Entwicklungsziele alle Aspekte von nachhaltiger Entwicklung und rücken damit die ökologische Komponente der nachhaltigen Entwicklung stärker ins Licht.

Die 2015 verabschiedete Agenda beinhaltet neben 17 Nachhaltigen Entwicklungszielen 169 Unterziele sowie Indikatoren und Referenzdaten. Neben den durch die europäische Union als Reaktion auf die SDGs festgelegten 17 Handlungsfeldern für ihre Mitgliedsstaaten hat Deutschland eine Vorreiterrolle bezüglich der SDGs eingenommen, welche unter anderem auf dem Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum und der Fortschreibung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms erreicht werden soll.

Als grundlegende Basis in Bezug auf Nachhaltigkeit dient die nationale Nachhaltigkeitsstrategie, die im Jahr 2016 weiterentwickelt und von der Bundesregierung verabschiedet werden wird.

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