Dr. Cosmas Kombat Lambini, Vizepräsident der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit e.V. (BVNG), begleitet als wissenschaftlicher Berater des IIED die Einführung eines Verfahrens zur Bewertung von Governance und sozialer Gerechtigkeit in Naturschutzgebieten in fünf zentralasiatischen Ländern.

Am 12. und 14. Oktober 2026 führte er gemeinsam mit regionalen Projektpartnern zwei Schulungsmodule durch. Diese vermittelten die methodischen Grundlagen, die Analyse relevanter Akteursgruppen sowie die praktische Durchführung und Auswertung von SAGE-Bewertungen. Die Schulungen bereiteten nationale und lokale Projektteams darauf vor, die Bewertungen eigenständig und unter Einbeziehung unterschiedlicher Interessengruppen durchzuführen. Russischsprachige Materialien unterstützten die länderübergreifende Zusammenarbeit.

Lambini verfügt über Erfahrungen aus SAGE-Prozessen in mehr als zehn Landschaftsräumen sowie aus internationalen Vorhaben mit IUCN, WFP, GIZ und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Er wird die Projektteams auch bei den anschließenden Bewertungen, der Qualitätssicherung und der Entwicklung konkreter Verbesserungsmaßnahmen methodisch begleiten.

SAGE: Gute Regierungsführung und gerechte Beteiligung
Ein Bestandteil des Projekts ist die Einführung der Methode *Site-level Assessment of Governance and Equity* (SAGE). Sie wurde vom International Institute for Environment and Development (IIED) und seinen Partnern entwickelt. SAGE untersucht, wie Entscheidungen über Schutzgebiete getroffen werden, welche Akteure daran beteiligt sind und inwieweit Rechte, Interessen und lokales Wissen berücksichtigt werden. Die Methode ermöglicht es Behörden, Naturschutzorganisationen und lokalen Gemeinschaften, bestehende Governance-Strukturen gemeinsam zu bewerten und Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Damit ergänzt SAGE die ökologischen und gesundheitsbezogenen Maßnahmen des One-Health-Projekts um eine gesellschaftliche und institutionelle Perspektive.

Wie können Naturschutz, Gesundheitsvorsorge und die Beteiligung lokaler Gemeinschaften besser miteinander verbunden werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das internationale Projekt „Enhancing landscape resilience to zoonotic disease emergence by consolidating nature conservation systems in Central Asia“, das im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert und von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) umgesetzt wird. Das Projekt umfasst Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Es verfolgt den One-Health-Ansatz, der die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen als miteinander verbunden betrachtet.

Das Projekt verdeutlicht, dass erfolgreiche Naturschutz- und Gesundheitsmaßnahmen auf funktionierende institutionelle Zusammenarbeit und gesellschaftliche Beteiligung angewiesen sind. Für die Bundesvereinigung Nachhaltigkeit ist dieser Ansatz auch über den Naturschutz hinaus relevant: Nachhaltige Entwicklung setzt voraus, dass ökologische Ziele, soziale Gerechtigkeit und institutionelle Handlungsfähigkeit gemeinsam berücksichtigt werden.

– Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)
– International Union for Conservation of Nature (IUCN)
– IIED: Site-level Assessment of Governance and Equity