SAPA-Basisbewertung in Sierra Leone
Im Rahmen laufender Bemühungen, Biodiversitätsschutz mit sozialer Nachhaltigkeit und klimaresilienten Lebensgrundlagen zu verbinden, wird derzeit in neun prioritären Landschaften in Sierra Leone eine Social Assessment of Protected Areas (SAPA) durchgeführt. Die Bewertung bildet eine zentrale Basisaktivität des Projekts Nature, Nature-based Tourism and Agriculture for Development (NN-TARD), einer mit 9 Mio. EUR von der Europäischen Union geförderten Initiative, die in Partnerschaft mit dem Welternährungsprogramm (WFP) sowie nationalen Akteuren umgesetzt wird.
Die SAPA-Methodik ist ein international anerkanntes, partizipatives Instrument zur systematischen Erfassung sozialer Auswirkungen von Schutz- und Erhaltungsgebieten auf lokale Gemeinschaften. In Sierra Leone wird eine solche soziale Wirkungsanalyse erstmals landesweit angewendet. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften, traditionellen Autoritäten und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Dadurch werden lokales Wissen, bestehende Lebensgrundlagen und Governance-Strukturen von Beginn an in die Schutzgebietsplanung integriert.
Im Fokus der aktuellen SAPA-Bewertung stehen sowohl positive als auch negative soziale Effekte von Naturschutzmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem der Zugang zu natürlichen Ressourcen, Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten, Mechanismen der Nutzenverteilung, geschlechterspezifische Aspekte sowie potenzielle Konfliktrisiken. Die Ergebnisse fließen direkt in die Konzeption und Umsetzung der NN-TARD-Maßnahmen ein und tragen dazu bei, gerechte, inklusive und gesellschaftlich akzeptierte Naturschutzlösungen zu entwickeln, die zugleich Biodiversität und Klimaresilienz stärken.
Dr. Cosmas Kombat Lambini, Vizepräsident der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit (BVNG), unterstützt diesen Prozess derzeit vor Ort in Freetown durch den Kapazitätsaufbau von drei führenden Naturschutz-NGOs in Sierra Leone. Seine Aufgaben umfassen die Schulung nationaler Teams in der SAPA-Methodik, die Begleitung der Feldarbeit sowie die Sicherstellung methodischer Qualität und der Ausrichtung an internationalen Nachhaltigkeitsstandards. Damit werden die Grundwerte der BVNG – Umwelt- und Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und partizipative Governance – konkret in einem globalen Kontext umgesetzt.
Diese Arbeit unterstreicht die Relevanz deutscher Nachhaltigkeitsexpertise in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und zeigt, wie sozial fundierte Bewertungsinstrumente wie SAPA zur Legitimität und langfristigen Wirksamkeit von Naturschutz- und Klimaprojekten beitragen können. Die BVNG begrüßt Initiativen, die evidenzbasierte Nachhaltigkeitsansätze mit konkreten Verbesserungen für Menschen und Ökosysteme verbinden.


















