Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)

Querschnittsthema

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) umsetzen

Im Jahr 2013 hat die Bundesvereinigung Nachhaltigkeit über verschiedene Kooperationen im In- und Ausland begonnen, Konzepte für eine Nachhaltige Entwicklung in der Bildung zu erarbeiten. An der Projektgruppe arbeiten derzeit extern und intern 15 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bildungssektoren mit.

Bildungsprozesse für Nachhaltige Entwicklung gestalten

Der Gestaltung von Bildungsprozessen kommt zukünftig eine entscheidende Rolle bei der "Transformation unserer Welt" [Präambel der → Globalen Entwicklungsziele der UN] zur Nachhaltigkeit zu.

Dabei kommt es darauf an, sowohl die unterschiedlichen Bildungsformate (formal, non-formal, informell, transformativ), als auch unterschiedliche Orte des Lernens in diese Gestaltung einzubeziehen und sie miteinander zu vernetzen.

Die Bandbreite von Projekten der Bildung für Nachhaltige Entwicklung reicht von

  • Frühkindliche Bildung für Nachhaltige Entwicklung (FBNE),
  • Schulische Bildung für Nachhaltige Entwicklung (SBNE),
  • Berufliche Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE),
  • Hochschulische Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE),
  • bis hin zu Kultureller Bildung für Nachhaltige Entwicklung (KBNE)


und umfasst dabei einen holistischen Ansatz. Gemeinsames wesentliches Ziel der Konzepte ist die Wiederherstellung einer verloren gegangenen Verbundenheit mit der Natur und der Adaption natürlicher Prozesse als Grundlage zukünftigen Lebens.

„Mannheimer Appell“ der Deutschen UNESCO-Kommission

Die Bundesvereinigung unterstützt vollumfänglich den "Mannheimer Appell" der Deutschen UNESCO-Kommission vom 28. Juni 2019 zur Implementierung der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE): "Lernen die Welt zu verändern - das neue UNESCO-Programm für Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Agenda 2030 („ESD for 2030“)".

Der 'Mannheimer Appell' im Wortlaut

Lernen die Welt zu verändern – das neue UNESCO-Programm für Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Agenda 2030 („ESD for 2030“)
 
Die bisherigen Anstrengungen, die Entwicklung der Welt nachhaltiger zu gestalten, reichen bei weitem nicht aus. Die Verabschiedung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) durch die Staats- und Regierungschefs im Rahmen der Vereinten Nationen im Jahr 2015 bietet Orientierung auf globaler Ebene.

Das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bildet auch in Deutschland die Grundlage dafür, das Bildungssystem und die Bildungsinhalte strukturell und ambitioniert an denrfordernissen nachhaltiger Entwicklung auszurichten. BNE wurde während des Weltaktionsprogramms in Deutschland deutlich gestärkt. BNE ist ein zentrales Handlungsfeld von Bund und Ländern bzgl. SDG 4 in der Deutschen
Nachhaltigkeitsstrategie geworden.

Das Weltaktionsprogramm endet Ende 2019. Trotz der Erfolge bei der Umsetzung des Weltaktionsprogramms besteht Konsens, dass es weiterer Anstrengungen zu BNE bedarf, dass diese verstärkt auf ihre Wirkung geprüft werden müssen, und dass noch mehr Partner zur Umsetzung von BNE und zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft nötig sind. Ungeachtet der Stärkung von BNE müssen Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Institutionen ihre Verantwortung für die Transformation im Sinne der Agenda 2030 jetzt wahrnehmen und handeln.

Die Deutsche UNESCO-Kommission

  1. begrüßt, dass es im Rahmen des Ende 2019 auslaufenden UNESCO-Weltaktionsprogramms in Deutschland gelungen ist, BNE deutlich zu stärken; sie begrüßt als besondere Meilensteine die Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans 2017 und die Verankerung von BNE als ein zentrales Handlungsfeld von Bund und Ländern im Rahmen von Ziel 4 der SDGs in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2016;
  2. betont den umfassenden Charakter der Bildungsagenda 2030, wonach Bildungsqualität (einschließlich BNE), Chancengerechtigkeit, Inklusive Bildung und Lebenslanges Lernen als miteinander verschränkte Ziele zu verstehen sind
  3. dankt der Bundesregierung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, das für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms die Nationale Plattform mit begleitenden Gremien eingesetzt hat, ebenso den vielfältigen Akteuren aus Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Sozialpartnerschaft und Zivilgesellschaft für ihre intensive Mitwirkung in den Gremien, für ihre Aktivitäten einschließlich der Anregung und Umsetzung neuer Förderprogramme und für das große Engagement in der Praxis zur strukturellen Umsetzung von BNE in Deutschland;
  4. dankt den Ländern und der Kultusministerkonferenz dafür, dass gerade bei der systematischen Umsetzung von BNE in den formalen Bildungsbereichen Fortschritte gemacht wurden und wünscht eine Fortsetzung dieses Engagements;
  5. begrüßt, dass zuletzt mehrere Initiativen aus der Bevölkerung die Dringlichkeit des Klimaschutzes und die Bewältigung weiterer Herausforderungen nicht-nachhaltiger Entwicklung einfordern, wie „Fridays For Future“, kommunale Beschlüsse zur Ausrufung des Klimanotstands und Volksbegehren zum Artenschutz, und betrachtet diese Initiativen als Beleg für die Notwendigkeit, die Umsetzung von BNE in Deutschland mit Nachdruck voranzutreiben;
  6. bekennt sich zu dem partizipativ erarbeiteten Entwurf für das Folgeprogramm der UNESCO zu BNE ab 2020 („ESD for 2030“) als hervorragende Chance, die Rolle von BNE als Treiber der Agenda 2030 noch stärker auszufüllen und den Nationalen Aktionsplan in Deutschland entsprechend weiterzuentwickeln;
  7. begrüßt, dass die UNESCO die Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung angenommen hat, die internationale Auftaktkonferenz zu „ESD for 2030“ in Deutschland zu veranstalten, dankt dem Ministerium für die Bereitstellung der dafür notwendigen Ressourcen und die Mitorganisation, erwartet von dieser Konferenz wichtige Impulse für die weitere Verbreitung und Verstetigung von BNE in Bildungspolitik und Bildungspraxis international wie auch national, und erwartet zugleich ein noch stärkeres Sichtbarmachen der Vorreiterrolle Deutschlands zu BNE auf internationaler Ebene;
  8. fordert während der neuen Programmperiode erhöhte Anstrengungen, BNE bundesweit verbindlich in allen bildungspolitischen Dokumenten zu verankern, und fordert vor allem stärkere Anstrengungen in der Aus- und Fortbildung im Bereich BNE der Lehrenden und Multiplikatoren in allen Bildungsbereichen und dazu entsprechende Festschreibungen in den Rahmenlehrplänen und Prüfungsordnungen;
  9. bekräftigt mit Bezug auf das neue Programm das Verständnis von BNE auch als transformative, kulturelle und politische Bildung, die Handeln für nachhaltige Entwicklung als Ziel hat;
  10. fordert alle Lernorte entlang der gesamten formalen Bildungskette und im non-formalen Bereich auf, BNE ganzheitlich zu verankern, fächer- und jahrgangsübergreifendes Lernen zu fördern, und BNE durch „Whole Institution Approaches“ u.a. mit Fragen der Bewirtschaftung der Lernorte sowie Fragen nachhaltiger Beschaffung und Mobilität zu verknüpfen, um so Nachhaltigkeit authentisch erlebbar und erfahrbar zu machen und lebenslanges Lernen zu fördern;
  11. ruft zugleich die Bundesregierung auf, im Zuge der Fortschreibung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und darüber hinaus, Strategien und Aktivitäten zur Förderung nachhaltiger Entwicklung konsequenter mit BNE zu verbinden, weitere Mittel für die strukturelle Förderung und flächendeckende Umsetzung von BNE und nachhaltiger Entwicklung insgesamt bereitzustellen und derzeit entwickelte zusätzliche BNE-Indikatoren für ein effektives Monitoring der BNE-Umsetzung schnellstmöglich festzulegen und umzusetzen sowie für eine kontinuierliche Datenbasis zu sorgen;
  12. verpflichtet sich dazu, ihr eigenes Engagement für BNE in den kommenden zehn Jahren konsequent, sowohl zur Unterstützung des nationalen BNE-Prozesses in Kooperation mit der Bundesregierung und den Ländern als auch in allen UNESCO-Programmen und UNESCO-Netzwerken (u.a. Projektschulen, Freiwilligendienst Kulturweit, Lehrstühle, Biosphärenreservate, Geoparks, Welterbestätten, Clubs) in Deutschland fortzuführen und durch ein fortlaufendes Monitoring auszuwerten.

Download der Erklärung → hier.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)

Kommentare sind geschlossen.