Revitalisierung ländlicher Räume

Handlungsfeld 2

Re-Vitalisierung ländlicher Räume

Unter den 10 stärksten sog. "Megatrends" für die Zukunft steht Urbanisierung an erster Stelle. Bestandteile dieses Trends sind

  • "Mega Cities": Metropolen mit mehr als 5 Mio. Einwohnern
  • "Mega Regions": Metropolregionen aus Städten und ihrem Umland mit mehr als 10 Mio. Bewohnern
  • "Mega Corridors": Korridore, die Metropolen und/oder Metropolregionen miteinander verbinden
  • "Smart Cities": Ein Konzept, um Metropolen und Metropolregionen intelligent zu vernetzen mit dem Ziel, sie "nachhaltiger" im Sinne von lebenswerter zu machen

Prognosen der → World Urbanization Prospects der UN gehen davon aus, dass im Jahr 2050 bereits 66% der Menschheit in Städten lebt (nach 54% in 2014 und 30% in 1950).

Vielfach werden solche Prognosen als unabwendbar eintretende Ereignisse angesehen. Dabei stellt die Bundesvereinigung Nachhaltigkeit Fragen zu drei wesentlichenPunkte:

1. sind Mega-Städte und -Regionen wünschenswert?
2. sind Mega-Städte und -Regionen nachhaltig oder können so gestaltet werden?
3. fallen ländliche Räume bei einer Fokussierung auf Urbanisierung nicht aus der Wahrnehmung?

 

Wir tendieren bei Frage 1 und Frage 2 eher zu einem klaren "Nein".

Frage 3 beantworten wir mit einem klaren "Ja": ländliche Räume sind Siedlungsgebiete, die bei Entvölkerung die territoriale Integrität eines Gebietes oder Landes gefährden. Daher ist es im Interesse eines Landes, diese Siedlungsgebiete zu erhalten und den Fokus auf Entwicklung zu legen. Insbesondere trifft dies auf die Entwicklung wirtschaftlicher Perspektiven jenseits von Agrarwirtschaft zu, die Menschen in ländlichen Räumen eine Lebensperspektive bieten.

Eine solche Entwicklung stellen wir uns in 6 Komponenten vor, die gleichzeitig die Grundlagen für einen Strukturwandel sind:

  • Etablierung einer dezentral und genossenschaftlich organisierten Bio-Polymer-Produktion auf der Grundlage vorhandener Ressourcen
  • Etablierung von dezentralen und genossenschaftlichen Strukturen in der Weiterverarbeitung
  • Schaffung neuer und Ausbau bzw. Reaktivierung vorhandener Infrastruktur, vor allem im Bereich ÖPNV und Breitband
  • Bildung und Etablierung von Gemeinschaften aus alteingesessenen Bewohnern und Zuzüglern, die den ländlichen Raum nicht nur zur Wochenend-Erholung nutzen
  • Integration von Benachteiligten und Geflüchteten außerhalb von "gated communities"
  • Schaffung neuer und Ausbau bzw. Reaktivierung von Strukturen für die Bildung für Nachhaltige Entwicklung

 

6-Komponenten-Modell Re-Vitalisierung ländlicher Räume
6-Komponenten-Modell Re-Vitalisierung ländlicher Räume